Ein bisschen größer war unser Boot wohl!

Jetzt weiß ich wenigstens, wie Leo und Katie alias das Titanic-Traumpaar sich gefühlt haben, als einer von den beiden den legendären Satz „Ich kann die Freiheitsstatue sehen!“ sprach. Ich sah sie auch – die Freiheitsstatue vulgo Lembongan Island – und zwar die ganze Überfahrt lang, von Padang Bai bis an die Anlegestelle, die eigentlich ein Fischerdorf ist. Aber die versprochene Stunde Überfahrt fühlte sich eher wie fünf Stunden an, auch wenn der Fischer, der mit uns einen wahrlich dicken Fisch an Land gezogen hat, ständig versicherte „No worry, no worry!“

Den sanften Rehaugen des Mr. Fischerbootsverleiher glaubten wir alles, sogar, dass man in der Regenzeit bei steifer Brise über die Meerenge nach Lembongan tschukeln kann. Und ehe wir uns versahen, saßen wir in einem der für Bali typischen Fischerboote – Marke Nussschale mit links und rechts je einem Querarm zu Balancezwecken – und tuckerten in Richtung Insel. Wohlweislich wurden unsere Gepäckstücke am Dachträger befestigt und uns eine Plane verabreicht. Zwei Minuten später wussten wir auch, wozu. So ein Fischerboot Marke Bali kann verdammt nass sein.

Schließlich landeten wir auf Lembongan Island, einer kleinen, zuckersüßen Insel östlich der Hauptinsel Bali. Das Inselleben ist beschaulich, das Wasser aus dem Wasserhahn salzig und das Mie Goreng Ayam (Balinesische Nudeln mit Huhn) besonders fettig. Aber das Bier ist kalt und von unserer Villa ist die Aussicht grandios.

Unser Blick von der Veranda

Die Villa erinnert uns stark an Zanzibar: eine riesige, luftige Veranda mit Blick auf den türkisblauen Ozean und Balis höchstem Berg Gunung Agung aus der Ferne; ein steil aufragendes Dach aus Palmenblättern macht auch ohne Klimaanlage ein erträgliches Raumklima; das Riesenmoskitonetz über dem Bett fühlt sich an wie ein Himmelbett; wenn man auf der Klomuschel sitzt, brennt einem die Sonne Muster in den Rücken; die wegen der zahlreichen Insekten gut genährten Geckos blöcken des nachts im fünfstimmigen Chor. Buchstäblich ein Traum von Tropenparadies. Nur der Preis erinnert uns eher an Lignano von vor zwanzig Jahren: sagenhafte 14 Euro pro Nacht und Zimmer. Kein Wunder, dass die Australier sich nicht einkriegen und permanent „It is so bloody cheap here!“ durch die Gassen und Bars posaunen.

Und das Beste: Vor unserer Haustür liegen zwei Riffe. Ehrlich, das war nicht geplant, aber unverhofft kommt oft. Andächtig sitzen wir auf unserer Porch, der überdimensionierten Veranda und beobachten durchs Fernrohr (ist Teil der Standardausstattung der Villa) die wagemutigen Surfer.

Kaum brach der nächste Tag an, Kurti nahm sich kaum Zeit, ein paar Bissen des Frühstücks hinunter zu würgen, saß Kurti auch schon im „Surfer Taxi“, einem kleinen Fischerboot, der die Surfer raus zu den Wellen befördert.

Die Regengötter sind uns nicht gnädig

Die Inselidylle währte leider nicht ganz so lange, wie wir es uns gewünscht hatten, denn just in diesen Tagen schlug die Regenzeit mit voller Härte zu. Auf einer kleinen Insel, die mit dem Moped in einer Stunde umrundet werden kann, kann man sich ausrechnen, was bei Regenwetter zu tun ist: schlafen, Regentropfen zählen und an der Bar hocken. So nutzten wir ein Sonnenfenster drei Tage nach der Ankunft, um halbwegs trocken wieder auf der Hauptinsel anzukommen. Es half eh nicht viel, denn ein paar Stunden später erreichten wir völlig durchnässt das angepeilte Tauch- und Schnorchelmekka Amed. Sogar mein im vorigen Posting liebevoll beschriebener Mac bekam sein Fett ab, aber ist Gott sei Dank heil geblieben. Steve sei Dank.

Wir warteten geduldig auf die Sonne (weil ohne die macht das Schnorcheln und Tauchen keinen Spaß), doch nach zwei Tagen brachen wir das Projekt ab. Regen ohne Ende. Ein weiteres Sonnenfenster zwang uns, um sechs Uhr morgens aufzustehen, unsere Pinkel zu packen und uns auf den Weg in den nächsten Ort der Begierde zu machen. Man kann sich ausmalen, wie die Geschichte ausging: Wir sitzen nun in einem Restaurant, speisen zwar hervorragend, hören aber das Lied der Regentropfen.

Das Gute am Regen auf Bali: Es wird nie kalt. Das Schlechte am Regen auf Bali: Er sucht sich genau die Orte aus, die wir in der Reiseplanung haben. Jetzt planen wir einfach nichts mehr, und wetten – der Regen hört auf?

01.25.2010

MacBali

Wieder eine Zeremonie

Berechtigt ist die Kritik derer, die mir auf meine Tippsel-Finger klopfen und mehr Berichte fordern. Ehrlich Leute, ich war extrem busy, aber vor ein paar Tagen habe ich nun endlich mein Manuskript eingereicht – und nun habe ich die Muse, vollends in die unentdeckten Weiten des Baliversums einzutauchen.

Mit den Balinesen kommen wir blendendend zurecht. Viele Dinge erinnern uns an Tansania, nur mit dem Unterschied, dass die Balinesen mit ihrem gewinnenden Lachen und ihrem sanften Wesen viel umgänglicher als die Afrikaner sind. Eigentlich viel rätselhafter als die Balinesen selbst sind die Touristen. Es gibt ja recht viele von dieser Spezies; letztes Jahr sollen sage und schreibe 2,3 Millionen ausländische Touristen auf der Insel gelandet sein. Man kann sich gut an drei Fingern ausrechnen, wo die Bleichgesichter ihr Unwesen treiben, denn es gibt exakt vier Touristen-Epizentren: der Großraum Kuta-Legian-Seminyak, Sanur. Nusa Dua und Ubud. Unschwer zu erraten, dass sich hier mehr Touristen als Einheimische tummeln (von denen es ja nur 3,3 Millionen gibt, die sich vornehmlich auf das Landesinnere konzentrieren, da die bösen Meergeister ihnen Angst einflößen).

Das Mekka der Surfer

Woran erkennt man also Touristen in Bali? In erster Linie am penetranten Gehabe. „Bali is so bloody cheap“ (O-Ton Australier in ihren obligaten Bintang-Bier-Ruderleibchen), „Le food ca c’est horrible en Bali“ (O-Ton der Franzosen, deren Expat-Community die zahlenmäßig größte auf Bali ist, und die – jetzt kommt’s – auch hier nicht Englisch sprechen müssen, denn die Franzosen bleiben alle unter sich). „Na strowje“ prosten sich die neureichen Russinnen zu, die hier weniger zu Urlaubszwecken als vielmehr „in der Arbeit“ sind (reiche asiatische Männer stehen auf blonde Busenwunder, weswegen sich die russischen Wasserstoffblondinnen um die lukrativen Waagrecht-Jobs in Bali oder auch Thailand reißen).

Die Touristen sind also schnell entlarvt. Nun aber, woran erkennt man die eingeschworene Truppe der Surfer? Am obligaten Peckerl, sprich an der Tätowierung. Muss so was wie eine ansteckende Krankheit unter den Surfern sein. Hammerhaie am Po-Ansatz, Schlangen ums Ohr. Wir haben schon die unmöglichsten Motive und Größen an noch unmöglicheren Stellen gesehen. Doch nicht nur wundersame Körperbemalungen sind speziell. Offensichtlich hat jeder Bali-Surfer einen Mac im Schlepptau. Allein im Moment bin ich in dem braun-türkisen Retro-Cafe mit Lounge Music von vier Macs umgeben. Anzunehmen, dass sie alle Surfer sind. Muss ebenfalls wie die Tatoos ein ansteckender Virus sein.

Kurt in Action

Gehört anscheinend zusammen – Peckerl und Mac – wie Mallorca und Ballermann. In einer Hand den Mac, in der anderen Hand das Surfbrett (oder zumindestens die Tide Schedule von Ripcurl). Lustig, dass wir uns da auch in dieser Spezifikation wieder finden. Peckerl, Mac und Tide Schedule.

Besonders offensichtlich ist das jetzt, weil sich alle Surfer mit Mac an zwei Surfspots im Osten konzentrieren. Horden von Surfbrett-beladenen Mopedfahrern hupen sich auf der großen Überlandstraße nach Sanur den Weg frei und liefern sich mit den bösen LKW-Fahrern und Limousinen-Chauffeuren wilde Straßengefechte. Der große Hadj in den Osten wird mit tollen Wellen und einem noch tolleren Strand belohnt.

Blöd ist nur, dass man hier ziemlich weit raus paddeln muss und die tückischen Strömungen vehementes Paddeln und ausreichend Muckis verlangen. Hier kommt nur mehr die Elite zum Zug. Da gehört Kurti dazu, Daniela muss momentan leider passen.

Muskelbepackte Surfer und russische Blondinnen sind ein gutes Gespann. Die einen suchen ein Betthaserl, die anderen jemanden, der den Kaviar zahlt. Jeder Topf findet auch hier seinen Deckel.

Opfergaben für die guten Geister überall, auch am Strand

Opfergaben für die guten Geister überall, auch am Strand

Dass es sich für uns nicht wie Weihnachten anfühlt, dürfte kein Geheimnis sein. Die Temperaturen täten dem Christkind höchstens die Flügerln verpicken und alle Weihnachtskekse würden in ihre Einzelbestandteile zerschmelzen. Außerdem vertragt sich der Skianorak nur schlecht mit Kurtis neuem Surfboard.

Trotzdem gibt es auch hier so was wie Weihnachtsrummel: Am Abend bricht der Verkehr zusammen, weil die reichen indonesischen Bimpf aus Jakarta (von der Nachbarinsel Java) alle mit dem Auto vom Strand ins Hotel und dann weiter ins Restaurant fahren. Das Touristenaufkommen hat sich geringfügig gesteigert, jetzt landet nicht alle sieben Minuten ein Flugzeug auf der Insel, sondern alle vier Minuten. Aus den Geschäften tönen seltsam blechern-leblose Varianten der europäischen und australischen Weihnachtslieder, keine Ahnung, welches Ensemble sich solche Lieder aufnehmen traut. Hin und wieder leuchtet ein Christbaum in der Auslage, aber fast jedes Restaurant ist mit Lametta oder Weihnachtskugeln geschmückt.

Grüne Oasen, die Reisefelder von Bali

Grüne Oasen, die Reisefelder von Bali

Und noch etwas: Weihnachten hat in Kuta, wo wir leben, die blöde Angewohnheit, keine Wellen zu produzieren. In der Regenzeit nämlich dreht der Wind und die Strömung, und die Wellen bei uns fallen in lächerliche Wasserschaumkrauserln zusammen. Schaut dann ein bisschen aus wie ein frisch gezapftes Bier, halt nur nicht so eisig kalt.

Also sind wir auf der Suche nach der perfekten Welle. Heute ist Kurti eine Stunde lang mit dem Moped und dem Board nach Kedungu Beach gefahren, nur um dort von einem schaurigen Regenguss verhöhnt zu werden. Wer würde bei uns eine Stunde mit den Skiern aufs Moped gebunden ins nächste Skigebiet fahren??? Gestern haben wir extra die Strecke nach Sanur an der Ostküste in Kauf genommen, um ein paar adrette Wellen zu erheischen (ca. 45 Minuten Autotransfer). Mit dem Boot (nochmal ca. 20 Minuten Fahrt) wurden wir dann raus zu den Wellen transportiert, halleluja, die waren echt super!

Es vergeht kein Tag, wo es nicht irgendwo eine Zeremonie gibt

Es vergeht kein Tag, wo es nicht irgendwo eine Zeremonie gibt

Was nicht so super ist – ich weiß – meine Blogeinträge lassen zu wünschen übrig. Aber ehrlich: Nach dem Surfen kann ich zwei Tage meine Arme und Hände nicht benutzen (wegen der Spatzen vom Paddeln) und die restliche Zeit, wenn sie funktionstüchtig sind, dann haue ich in die Tasten, damit mein Manuskript zeitgerecht fertig wird.

Trotzdem – am Heiligen Abend sind wir zu einer Weihnachtsparty im legendären KuDeTah in Seminyak eingeladen. Keine Ahnung, warum der Club legendär ist, aber weil wir halt viel auf uns halten, gehen wir auch dorthin. Australische Surfkumpel, ein Ehepaar aus Australien in unserem Alter, hat uns zum Christmas Dinner eingeladen. Richtig australisch, nicht?

Kurt und ich (Daniela) wünschen Euch schöne, weiße Weihnachtsfeiertage, viele Weihnachtskekse und einen zünftigen Rutsch ins neue Jahr! Wir feiern allenfalls mit einem Sprung in den Pool oder in den bacherlwarmen indischen Ozean…

Aufrichtig entschuldigen wir uns für die Funkstille, doch wir waren so damit beschäftigt, das Inselleben zu genießen, dass wir zum Blog-Schreiben keine Zeit hatten.

Bintang-Bier, eine Erfrischung!

Bintang-Bier, eine Erfrischung!

Nach knapp einem Monat auf Bali können wir uns rühmen, uns eingelebt zu haben. Schwitzen zu jeder Tages- und Nachtzeit ist das Gebot der Stunde, aber wir beklagen uns nicht – lieber schwitzen als frieren. Schlafen ohne Air Condition ist zumindest in Strandnähe nicht möglich; in den Bergen und im Inselinneren soll es geringfügig kühler sein, was wir aber noch nicht eindeutig bestätigen können. Es ist einfach überall saumäßig heiß.

Daniela auf dem heißen Flitzer

Daniela auf dem heißen Flitzer

Wir haben unsere ganz persönliche Hitliste aufgestellt, was Linderung verschafft: Klar an erster Stelle steht das Surfen im pisswarmen Indischen Ozean. Auf Platz zwei rangiert das Einnehmen eines gepflegten, kleschkalten Bieres (Bintang Bier) in einem der zahllosen Warungs (lokale Gaststätten), obwohl zugegebenermaßen danach der Schweiß aus allen Poren strömt.

An dritter Stelle steht das rasante Dahinflitzen mit dem Moped, DEM Fortbewegungsmittel der Insel. Nach anfänglicher Skepsis und ein paar zittrigen Tagen am Volant geht es nun schon spritzig dahin. Wie hat es Jean Marc, ein eingewanderter Franzose, so schön formuliert: “Bali without a motorscooter is only half the fun.” Und es stimmt wirklich. Wenn der Wind unter das T-Shirt fährt und der Wind die Haare zerzaust, spürt man das balinesische Lebensgefühl doppelt so intensiv.

Unser Apartmenthaus Marinos Place liegt mitten in der Stadt Kuta. Es gehört dem Griechen Marinos, der schon seit vielen Regenzeiten auf Bali lebt und mittlerweile die indonesische Staatsbürgerschaft angenommen hat. Durch ihn haben wir schon einen interessanten Einblick in die balinesischen Eigenheiten gewonnen. Alles was glänzt, ist halt doch nicht Gold…

Kurt am Hauspool

Kurt am Hauspool

Im Großen und Ganzen ist Bali wirklich ein wahres Paradies, wenn man von einigen wenigen, kleineren Schönheitsmakel absieht. Toleranz wird groß geschrieben, egal ob andere Religionen, Hautfarben oder sexuelle Vorlieben, auf Bali hat alles Platz. Die Balinesen selbst sind herzlich und offen, auch wenn – so wie Marinos es formuliert – hinter dem gewinnenden Lachen sich auch Neid, Ärger und Eifersucht verstecken. Viele Besucher, die Bali schon seit Jahren und Jahrzehnten kennen, bemängeln den Niedergang der balinesischen Tradition, die vom Rauchen, der Prostitution, kapitalistischen Tendenzen und coolen Rapper-Gehabe abgelöst wurde. Doch dazu können wir uns keine Meinung bilden, wir kennen Bali erst seit einem Monat.

Für uns ist Bali jedenfalls das absolute Kontrastprogramm zu Afrika, und wir genießen es in vollen Zügen. Daniela schreibt fleissig an ihrem Bestseller und Kurti poliert seine Englisch- und Surferkenntnisse auf. Mitunter kommen wir sogar dazu, unsere Französischkenntnisse auszupacken, denn die Franzosen sind die größte Expat-Community der Insel. Und wie überall sprechen nicht alle verständliches Englisch…

Unser Vermieter Marinos, ein redsamer Grieche

Unser Vermieter Marinos, ein redsamer Grieche

Es dauerte eine Weile, bis auch unsere Seele in Bali angekommen war, aber endlich ist es soweit – mit Sack und Pack sind wir hier gelandet.

Der erste Blick in unser Schlafzimmer

Der erste Blick in unser Schlafzimmer

Die Begeisterung über die Insel steigerte sich exponentiell, je länger sich unser Taxi im dichten Abendverkehr staute. Nummer Eins der Daniela&Kurt Bali-Charts: Temperaturen, wie wir sie lieben. Noch während wir auf der Gangway auf dem Weg zum Flughafen-Hauptgebäude waren, saugte sich unser Winterbeinkleid (sprich Jeans) mit Luftfeuchtigkeit an. Von Schritt zu Schritt – wie bei einem Häfenbruder mit einer Fußbeschwerung – wurden die Jeans und der Sweater unter der Last der Wassertropfen schwerer. Die anderen Fluggäste beschwerten sich schon das erste Mal über die Temperaturen (wahrscheinlich nicht zum letzten Mal), aber wir lächelten in uns hinein und genossen jede Sekunde mit den schweren Fetzn am Leib.

Nummer Zwei der Bali-Charts: Alle stürzen sich in den Verkehr, egal ob PKW, LKW, Moped, Fußgänger oder Radfahrer und trotzdem scheint jeder Verkehrsteilnehmer Rücksicht walten zu lassen. Man gibt Vorrang, lässt andere abbiegen, passt auf Fussgänger auf und hat sogar noch Zeit für einen ermunternden Smile. Nummer Drei der Bali-Charts: Unser Hotelzimmer im Hotel Seri Suites. Uns blieb der Mund offen vor Staunen, sogar Daniela war für wenige Minuten völlig baff ob des geschmackvollen Zimmers. Bali fängt ja wirklich gut an!

Tropischer Traum in weiss

Tropischer Traum in weiss

Gott sei Dank mussten wir in die „Tropenhölle“ nicht allein reisen, denn Daktari Reinhard und Chef-Verhandlerin Karin (Marronek), die beiden Grazer, die eines Tages auf Sansibar unsere Wege kreuzten, leisteten uns seelischen Beistand. Gesprächstherapien bis in die frühen Morgenstunden waren die Folge, sonst hätten wir den Einstieg in Bali wohl kaum so gut „verkraftet“. Die Biere hatten die beiden Männer nicht mehr mitgezählt, wohl aber die Stunden des seligen Schlafes: Im Durchschnitt kamen sie nicht auf mehr als vier Stunden Schlaf, was umso schlimmer war, als wir einen Jetlag von 7 Stunden zu überwinden hatten. Karin und ich waren schlauer, wir schliefen freihändig und freistehend am Tisch ein. Kurt ist der allzu intensive Einstieg aber gar nicht gut bekommen, denn nach ein paar Tagen stellten sich Halsweh, Fieber und Husten ein. Gut zu wissen, dass Mexalen trotz Bierkonsums bestens wirkt…

Mittlerweile ist Bali-Alltag eingekehrt. Lang schlafen; Frühstück mit frischen Papaya, Ananas und balinesischen Nudeln oder Nasi Goreng (gebratener Reis mit Fleisch- und Gemüsestücken); die Gegend und die Strände erkunden; den Sonnenuntergang genießen; in einem Restaurant oder Warung (Balinesisch für lokales Restaurant) zu Abend essen; ein paar Bierli vor dem Pool oder auf der Terrasse trinken. Ach, wie anstrengend ist das Leben auf Bali…

kurt_surf

Der mit den Wellen tanzt

An Sport (außer Surfen) ist bei den Temperaturen natürlich nicht zu denken, dennoch betätigen wir uns in gewisser Weise sportlich – immerhin stacheln­ wir uns zu gegenseitigen sportlichen Höchstleistungen auf der Suche nach dem billigsten Restaurant an. Angefangen haben wir (wie wir jetzt wissen) im höchsten Preissegment (da wir uns auf den Tipp eines Einheimischen verlassen haben, aber nicht daran gedacht hatten, dass der gute Mann natürlich Commission für seine Vermittlungstätigkeiten erhält), aber nun pendeln wir uns bei Mahlzeiten ein, die 15.000 Rupiah (umgerechnet 1,20 € kosten). Dazu ein kühles Bintang-Bierli um noch mal 15.000 Rupiah oder einen frisch gepressten Mangosaft um 10.000 Rupiah (70 ç) – ja, ja, wir laufen zur Höchstform auf.

Unsere nächsten Highlights: Ein Surfkurs und der Einzug in unsere Wohnung! We will keep you posted!

11.04.2009

Wieder unterwegs

Auf unserer langen Reisen durch Ostafrika (2005-2007) haben wir uns doch tatsächlich unheilbar infiziert – mit dem Reisevirus. Einmal infiziert wird man ihn nie mehr los. Nach reiflicher Überlegung, zwei Bier, einer Pin-Nadel und einer Landkarte haben wir unser nächstes Ziel festgenagelt: Bali. Mitte Februar 2010 geht es zurück in unser geliebtes La Réunion, wo (äußerst angenehme) Arbeit auf uns wartet. Danach würden wir noch – so es die gelben und grünen Scheinchen erlauben – ein paar Wochen Afrika anhängen. Im Grunde aber gilt: Wir lassen uns treiben, mit den Wellen des Indischen Ozeans, und irgendwo werden wir schon landen. Abflug 10. November 2009, Rückkehr ungewiss.